Nevada: Regenbogen und Mark Twain
Nach Kalifornien führte die Reise weiter durch die offenen Landschaften Nevadas. Über der weiten Ebene spannte sich gleich zu Beginn ein doppelter Regenbogen – ein farbiger Auftakt für die nächste Etappe der Fahrt nach Osten.
In Virginia City lebt die Geschichte des Silberbooms weiter. Auch Mark Twain gehört dazu: Als junger Reporter arbeitete Samuel Clemens hier für die Zeitung «Territorial Enterprise» und verwendete erstmals jenen Namen, unter dem er weltberühmt wurde.
Durch Oregon nach Idaho
Die Strasse zog nordwärts durch die dünn besiedelten Weiten des amerikanischen Westens. Nach einer Durchfahrt durch Oregon erreichten wir Idaho. In Boise setzte das State Capitol mit seiner hellen Kuppel einen städtischen Akzent zwischen all den langen Landstrassen.
Rund um Twin Falls hat sich der Snake River tief in das vulkanische Gestein eingeschnitten. Wasserfälle und die mächtige Perrine Bridge machten den Flusscanyon zu einem der eindrücklichsten Stopps in Idaho.
Utah: eine Landschaft aus rotem Stein
In Utah wechselte die Farbpalette. Roter Sandstein, natürliche Bögen und Felstürme bestimmten nun das Bild. Im Arches-Nationalpark hat Wind und Wasser über Jahrmillionen eine Landschaft geschaffen, die beinahe unwirklich erscheint.
Wenig später öffnete sich die Erde zu gewaltigen Canyonlandschaften. Tief unten zog der Colorado River seine Schleifen durch das Gestein, während natürliche Felsfenster immer neue Ausschnitte auf dieses Panorama rahmten.
Colorado: Spuren einer alten Kultur
Im Mesa-Verde-Nationalpark erzählen die Felsensiedlungen von den Ancestral Pueblo People. Unter schützenden Überhängen entstanden vor Jahrhunderten ganze Dörfer mit mehrstöckigen Wohnbauten, Vorratsräumen und runden Zeremonialräumen.
Danach wurde die Landschaft wieder grüner. Pferdeweiden und Bergketten begleiteten die Fahrt durch Colorado, bevor sich die Route nach Süden wandte.
New Mexico: Felsen, Lehm und Kunst
New Mexico empfing uns mit farbigen Felswänden und weitem Himmel. Das Echo Amphitheater ist eine natürliche Felsbühne, deren geschwungene Wand Licht, Farbe und Klang eindrucksvoll bündelt.
In Santa Fe prägen erdfarbene Adobe-Fassaden, kleine Innenhöfe und Kunstgalerien das Stadtbild. Die eigenständige Architektur verbindet spanische und indigene Bautraditionen und lässt selbst neue Gebäude aussehen, als seien sie aus der Landschaft gewachsen.
Auf der Route 66 nach Texas
Östlich von Santa Fe übernahmen wieder die langen Geraden. Historische Main Streets, alte Motels und bemalte Hauswände erinnerten an die grosse Zeit der Route 66. Über der Prärie türmten sich dunkle Gewitterwolken auf und machten schon die Fahrt selbst zum Schauspiel.
Mit der texanischen Flagge war der nächste grosse Abschnitt der Querreise erreicht. Hinter uns lagen zwei Wochen voller Gegensätze: Hochwüste und Wasserfälle, uralte Felswohnungen und moderne Kunst, einsame Canyons und die nostalgischen Spuren der berühmtesten Strasse Amerikas.

